Strukturmalerei

"Strukturmalerei" nannte Margret Hofheinz-Döring die Technik, die sie auf der Suche nach einem unverwechselbaren künstlerischen Weg erfand. Verschiedene Textilien - Spitzen, Brokat, Rupfen oder Schürzenstoff - klebte sie in grob ausgeschnittenen Formen auf einen oft bereits grundierten Untergrund. Unter Verwendung und Einbeziehung dieses Untergrunds erfand sie Kompositionen, die gegenständliche Assoziationen hervorrufen, aber meist nichts mehr mit Abbildung der Wirklichkeit zu tun haben. Diese Bilder erzählen häufig Märchen oder Träume. Viele diese Bilder wurden immer wieder überarbeitet und haben eine lange Entstehungsgeschichte. Oft bezog die Künstlerin dann auch den Rahmen in das Bild ein.

 

 

Schneewittchen, 1958, Strukturmalerei mit bemaltem Rahmen, 41 x 51 cm (WV-Nr. 1103)

Das Tier, 1964, Strukturmalerei mit bemaltem Rahmen, 36 x 25 cm (WV-Nr. 2980)

Erstaunlich, 1965, 46 x 58 cm (WV-Nr. 258)

Engel, 1967, 28 x 33 cm (WV-Nr. 1085)

Landschaft, 1969, 61 x 48 cm (WV-Nr. 2994)

Versuch zu trösten, 1988, 35 x 45 cm (WV-Nr. 7356)

Margret Hofheinz-Döring über Strukturmalerei:

Die Absicht der Strukturmalerei ist, der Bildfläche eine gewisse Körperhaftigkeit zu geben. Bei pastoser Verwendung der Farbe ist auch das Ölbild fein strukturiert, was die Wirkung eines leichten Schattens neben den Erhöhungen hat.

Die Strukturmalerei ist wie die Ölmalerei gegen die Einflüsse der Zeit sehr widerstandsfähig. Sie besteht aus vielen Schichten, die u.a. die Festigkeit erhöhen. Auf einer Grundfläche (Karton, Holz oder Spanplatte) werden zuerst in Wasser gelöste Farben aufgetragen, in Form einer farbigen Komposition. Eine zweite Schicht, die mit der ersten zusammenwirkt, ergibt eine weitere abstrakte Komposition, welche mit der ersten in Deckung oder Transparenz harmoniert. Erst nach diesen beiden Arbeitsgängen kommt die künstlerische Inspiration hinzu, wobei die technischen Reize die Fantasie anregen können.

Wie immer spielt die Technik auch in diesem Falle eine untergeordnete Rolle.

Was die Thematik anbelangt, hat mich diese Technik meistens zu märchenhaften Bildern hingeführt. Nicht zu vergessen ist, daß am Ende der Beschauer noch eine wichtige Rolle zu spielen hat. Verschiedene Beschauer erleben dasselbe Bild in verschiedener Weise. Die Absicht der Kunst ist wohl, jeden zu sich selbst zu führen und ihm geistige Nahrung zu bieten, denn der Mensch lebt nicht vom Brot allein.